
Der Prozess der Wüstenbildung hält an, die Sahara wird auch heute noch von Tag zu Tag größer. Doch die Ursache ist nicht allein eine natürliche, der Mensch hat einen erheblichen Einfluss auf die Ausbreitung der Wüsten.
Aktuell können wir eine Reihe von Dürrekatastrophen registrieren. In China etwa waren im Jahr 2007 etwa zehn Millionen Menschen von Trinkwassermangel bedroht. Auch in Deutschland führten Hitzewellen zu zahlreichen Todesopfern und zu erheblichen Ernteausfällen. Forscher prognostizieren, dass solche Hitzewellen bald zum Alltag gehören werden. In Europa haben insbesondere die Mittelmeerländer unter der Dürre zu leiden. Wassermangel herrscht überall.
Treten die Dürreperioden vermehrt auf, begünstigt dies die Bildung von Steppen und Wüsten. Weitere Ursachen der Wüstenbildung können Abholzung, Überweidung und die Senkung des Grundwasserspiegels sein.
Gerade die Ausbreitung der Wüsten trifft oft die ärmsten Teile der Weltbevölkerung, so z. B. viele nordafrikanische Länder sowie Menschen in Usbekistan und China. Die Wüstenbildung macht die Ärmsten der Armen noch ärmer: Denn bedingt durch Ernteausfälle kommt es zu Hungersnöten und zur Zunahme von Fluchtbewegungen. Aber auch vor verhältnismäßig reichen Staaten wie etwa den USA oder Australien macht sie nicht Halt.
Die Desertifikation, also der Prozess der Wüstenbildung, nimmt dramatische Züge an. So stieg z. B. die Temperatur auf der Erde von 1976 bis zum Jahr 2000 um durchschnittlich 0,45 Grad Celsius – in den Wüstenregionen dagegen um 0,5 bis 2,0 Grad. Außerdem erhöht die Desertifikation extreme Wettersituationen wie Sandstürme, Dürren – und Überschwemmungen. Denn fällt einmal doch starker Regen, dann bahnt sich das Wasser ungebremst den Weg über die ausgetrocknete Landfläche, auf der auch die karge, noch verbliebene Vegetation die Wassermassen nicht aufhalten kann.


