
Doch das Schmelzen des Eises ist nicht der alleinige Grund für einen Anstieg des Meeresspiegels. Wasser dehnt sich aus, wenn es wärmer wird. Die globale Erwärmung wird auch das Wasser betreffen. Wenn das Volumen zunimmt, steigt auch der Meeresspiegel.
Die Folgen wären fatal: Nicht nur, dass Länder wie die Niederlande oder Bangladesch viel Land verlieren würden; auch für viele Korallenriffe würde dies den Tod bedeuten. Was wiederum das ökologische Gleichgewicht der Meere gefährden würde.
Ob der Meeresspiegel tatsächlich durch ein Schmelzen des Eises an den Polkappen steigt, ist jedoch nicht sicher. Einige Forscher äußerten bereits die Vermutung, dass sich durch die globale Erwärmung mehr Wolken bilden werden, die das Wasser aufnehmen. Häufige und sehr starke Regenfälle und Überschwemmungen wären die Folge. Außerdem kann der Boden sehr viel Grundwasser aufnehmen, auch dies wurde bei vielen Berechnungen und Prognosen nicht berücksichtigt.
Ein anderes Argument, das gegen einen Anstieg des Meeres spricht, betrifft den Schneefall in den Polarregionen. Im Moment sind die Polarregionen noch so kalt, dass sich Schneeflocken gar nicht bilden können. Steigt aber die Temperatur, so können sich die Eisberge schnell sehr hoch mit Schnee auftürmen. Die Speicherung von Wasser würde also weiterhin möglich sein.
Ein mögliches Gegenargument liefert die Geschichte der Erde: Vor etwa 14.000 Jahren, gegen Ende der letzten Eiszeit, stieg der Meeresspiegel schon einmal massiv an. Das Schmelzen des Antarktiseises hob den Meeresspiegel um etwa 20 Meter. Zuvor, so haben Forscher festgestellt, stieg der Kohlendioxidgehalt der Luft rapide an. Ob die klimatische Situation von damals aber Rückschlüsse auf unsere aktuelle Situation zulässt, bezweifeln die Forscher.


