Der Druckwasserreaktor ist eine Weiterentwicklung des Siedewasserreaktors. Das Reaktorkühlmittel, in diesem Fall handelt es sich wieder um Wasser, wird die von den Brennelementen durch Kernspaltung erzeugte Wärme abgeführt. Um zu verhindern, dass das Wasser zu sieden beginnt wird der Druck im Hauptkühlkreis/ Primärkreislauf erhöht (15,7MPa). Der Trick bei diesem Reaktor ist, dass Wasser unter hohem Druck, sehr viel höher erhitz werden kann, ohne dass es sich in Dampf umwandelt. Das Wasser tritt mit einer Temperatur von etwa 291°C in den Reaktor ein und verlässt ihn mit einer Temperatur von rund 326°C. Dieses Wasser gelangt nun in den so genannten Dampferzeuger, wo es aufgrund seiner hohen Temperatur, das Wasser des Sekundärkreislaufes (geringerer Druck) zum verdampfen bringt. So liefert der Sekundärkreislauf etwa 2,1t Sattdampf pro Sekunde und somit wird eine Turbine angetrieben. Die Turbine ist mit einem Generator gekoppelt der wie auch bei dem Siedewasserreaktor Bewegungsenergie in Strom Umwandelt. Das verdampfte Sekundärwasser muss allerdings auch wieder zuerst im Kondensator verflüssigt werden, bevor es wieder in den Kreislauf eintreten kann. Das kondensierte Wasser( Kondensat) wird über eine Vorwärmanlage, die das Wasser auf eine bestimmte Temperatur erhitzt, zurück in den Dampferzeuger geführt.
Trotz des verbesserten Sicherheitskonzeptes des Reaktors durch zwei unabhängige Kreisläufe, die dazu führen, dass nur das Wasser des Primärkreislaufes verseucht wird, ist es in der Vergangenheit zu Störfällen gekommen, da bei einem Leck im Primärkreislauf die Gefahr besteht, dass es zu einer Überhitzung der Brennelemente und so zu einer Kernschmelze kommen kann. Außerdem verseucht ein solches Leck den Innenraum des Reaktorgebäudes mit radioaktivem Dampf, der über Überdruckklappen in die Umwelt gelangen kann.


